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Der richtige Stoff – Softshell

Das, was ich im Studium immer und immer wieder vor Augen geführt bekommen habe, war – finde erst einmal den richtigen Stoff, das passende Model wird sich im Kopf leichter konstruieren.

Und so funktioniert es auch lange nach dem Studium noch. Bei Mahler Stoffe, dem Hamburger Original, habe ich die vier Farben des Softshells gefunden. Praktischerweise lagen sie in einer Reihe und fast nebeneinander. Drei Punkte haben mich sofort angezogen – die Neonfarben (natürlich!), die modischen anderen drei Farben, zwei Petroltöne und das unglaublich tiefe Curry. Was die Stoffe aber von anderen Softshells unterschied, war die durchgehende Färbung. Sonst habe ich immer nur schwarze linke Seite gesehen, die für unschöne Nähte sorgt. (Die Unterseite kommt durch die Nahtstiche durch.)

Nun war nur noch die Frage, was wird daraus?

Eigentlich war das Thema Kinderrucksäcke keine Thema für mich.  In nahezu jedem Geschäft, das halbwegs Kinderprodukte anbietet, gibt es auch den einen oder anderen Rucksack, von günstig und simpel bis teuer für die kleinen Hipster. Ich habe gedacht, dass die Mühe den Aufwand nicht wert sei. Ein fertiges Produkt wäre auch ok. Ich würde schon was finden, was ich ok finde. So habe ich gedacht, bis ich meinen ersten Kinderrucksack genäht habe. Die Erleuchtung kam mit dem #machdeinding Kinderrucksack der Initiative Handarbeit. Ja, das war mein erster Rucksack. Und es hat sich rausgestellt, dass es erstens die Mühe wert war.  Am Ende hält man in der Hand genau das was man sich vorstellt. Zweitens ist die Mühe keine Mühe. Einen Rucksack zu nähen ist viel einfacher als gedacht. Mit den richtigen Materialien macht es richtig Spaß.

Modell #makingbackpack

Angestiftet von dem Erfolgserlebnis des gelben Tyvek Rucksacks habe ich mich in die Weiten des Instagrams begeben und bin auf diesen tollen Schnitt für einen Rucksack Making Backpack für Erwachsene gestoßen. Der Schnitt ist von Noodlehead und ist eigentlich eine mehrseitige Nähanleitung. Dort habe ich auch die Beschreibung zur Schnitterstellung gefunden. Das sind fast nur Rechtecke, die Maße sind vorgegeben.

Aber ich wäre nicht ich, wenn ich diesen Schnitt nicht auch noch geschrumpft hätte. Ich habe den  Schnitt nach Vorlage erstellt und gleich danach verkleinert. Wie? Am Kopierer. Ich habe alle Schnittteile ca 15% kleiner kopiert.

Ich kann mir gut vorstellen, dass man den Schnitt auch um 20% schrumpfen könnte. Allerdings würde ich vorher ein Probeteil aus Nessel nähen, um zu sehen , ob die Maße auch brauchbar sind.

Ich habe noch einige andere Details verändert oder ausgelassen. Und genau auf diese und Tipps und Tricks bei der Verarbeitung werde ich in diesem Beitrag eingehen.

Zutaten

Für einen Kinderrucksack braucht ihr folgende Materialien:

60 cm Softshell in der Hauptfarbe

20 cm (Mindestmenge) Neon Softshell

60 cm Futterstoff (meins ist eine Baumwolle von Stoff und Stil)

60 cm feste Bügeleinlage, z. B. H 250

einen kleinen Streifen Vlieseline

60 cm Endlosreißverschluss und 2 Zipper (meiner ist ein 7mm Profilreißverschluss)

1,5 m Gurtband (meins ist 40 mm), beispielsweise von Prym

2 D-Ringe (entsprechend der Breite des Gurtbandes)

2 Leiterschnallen  (entsprechend der Breite des Gurtbandes)

3 m Schrägband, ca. 30 mm breit

Werkzeug

Zwei Werkzeuge sind besonders wichtig für die Softshellverarbeitung:

Zum Schneiden von Softshell kann ich euch wärmstens den Rollschneider und eine Schneidematte empfehlen. Softshell ist ein Material, das man nicht versäubern muss, es franst nicht aus. Um so schöner sind hier saubere Kanten.

Die Nähclips sind super hilfreich, denn sie halten mehrere Schichten Stoff zusammen, ohne ihn zu verletzen.

An die Stellen, an die auch kein Clip ran kommt, setzte ich auf  Aquafixiermarker.

Beim Zuschnitt habe ich mich genau an die Anleitung gehalten.

Das Futter habe ich komplett mit der Einlage beklebt. Ich kann aber empfehlen, nur bis zur Nahtzugabe zu gehen. Dadurch werden die Nähte nicht so dick.

Vordertasche

Die Kante der Vordertasche habe ich mit einem Streifen aus Neonorange unterstrichen.

Von Rechts habe ich den Streifen angesteppt.

An der Innentasche habe ich den Streifen mit dem Handstich fixiert.

In der Anleitung wird empfohlen, noch eine Naht auf die Vordertasche zu setzen, die diese abgrenzt. Ich habe darauf verzichtet, weil ich die Steppnaht auf dem Softshell nicht schön finde.

Ich habe die Vordertasche knapp an der orangen Paspel zusammen mit dem Vorderteil vernäht.

Die Innentasche

Die Innentasche habe ich so weit nach der Anleitung genäht, bis der Reißverschluss an die Reihe kam. Mir hat die Variante ohne aber so gut gefallen, dass ich den Reißverschluss glatt weg gelassen habe.

Ohne den Reißverschluss kann man viel leichter in die Tasche greifen. Und falls ihr ein kontrastreiches Futter sucht, ist das der Moment, um es sichtbar zu machen.

Rückenteil

Ein weiterer neon-oranger Akzent sind die kleinen Dreiecke, die die D-Ringe verlängern.

Die Gurtbänder können auch schräg aus dem Rückenteil heraus kommen, die Dreiecke sind eine elegantere Lösung.

An das Rückenteil kommen auch die Tragegurte und die orangen Dreiecke. Das alles wird zusammen mit dem Futterteil, inklusive Innentasche, an einigen Stellen kurz zusammen gesteppt.

Auch die Gurtschieber könnt ihr an dieser Stelle schon einnähen. Das Anpassen der Länge erfolgt erst dann, wenn der Rucksack wirklich fertig ist.

Mittelteil

Der kniffelige Part am Mittelteil ist die Verbindung zwischen dem oberen und unteren Teil. Nachdem ich den Reißverschluss nach Anleitung eingesetzt habe, habe ich auch hier die Steppnaht weggelassen.


Ihr könnt an dieser Stelle aber das Futter und den Reißverschluss mit einem Handstich verbinden, dann rutscht es nicht in die Reißverschlusszähne.

An der Stelle beim Reißverschluss habe ich noch zwei kleine neon-orange Streifen als Henkel eingebaut. Und hier kommt’s dann dicke.

Der Profilreißverschluss ist schon breit und dick. Und dann liegen darauf ca. 4 Schichten Softshell und 2 Schichten Futter. Da kann eure Nähmaschine ein wenig strapazieren. Näht langsam und vorsichtig.

Da, wo die Reißverschlusszähne liegen, habe ich die Stiche übersprungen und die Naht durchgezogen.

Alle Teile zusammennähen

Hier kommen teilweise drei Schichten Softshell und drei Schichten Futter zusammen. Deshalb heißt es, in kleinen Abständen zusammenzustecken und erst die eine Häfte zu nähen. Dann könnt ihr die Naht überprüfen. Oft schmuggeln sich kleine Fältchen ein. Die kann man so leichter ausbessern.

Die gesamte Naht, so die Anleitung, habe ich dann mit Schrägband eingeschlagen. Das Orange passte bestens zum Futter und zu den Akzenten auf der Außenseite.

Und dann sind die Rucksäcke auch schon fertig!